Schwerer Verkehrsunfall bei Gädheim
Unter dem Stichwort "THL4 mehrere PKW, Personen eingeklemmt" wurden wir gestern zu einem schweren Verkehrsunfall direkt an der östlichen Ortsausfahrt von Gädheim alarmiert.
Dort hatte ein junger Honda-Fahrer beim Ausfahren von der Haupt- auf die Staatsstraße 2447 einen von links kommenden Ford übersehen. Dieser prallte mit voller Wucht auf die linke Seite des Hondas, drehte sich ein Mal um 180° und blieb an einem Verkehrsschild gegenüber der Ausfahrt schließlich stehen, was dabei ebenfalls stark beschädigt wurde. Der Honda wurde durch die Kollision so abgelenkt, dass er über die Fahrbahn hinaus die Böschung herabschoss und auf der Wiese zwischen Staatsstraße und Bahndamm zum Stehen kam. Der Fahrer des Fords konnte sein an der Front vollständig zerstörtes Fahrzeug leichtverletzt und unter Schock noch eigenständig verlassen. Die Insassen des Hondas waren ansprechbar aber - wahrscheinlich auch wegen des Sturzes die Böschung herab - schwer verletzt und konnten den Wagen nicht aus eigener Kraft verlassen, auch weil die Fahrertür sich wegen der starken Verformung nicht mehr öffnen ließ.
Aufgrund der Lage alarmierte die ILS Schweinfurt ein Großaufgebot an Rettungskräften, darunter die Feuerwehren Gädheim-Ottendorf, Schonungen und Forst, den Rettungsdienst mit vier RTW und zwei Notärzten sowie mehrere Polizeistreifen und den Fachberater des THW. Da die ST2447 in diesem Bereich aufgrund der zahlreichen Einsatzfahrzeuge und Trümmerteile der Unfallautos nicht mehr befahrbar war, wurde der Verkehr komplett durch die parallel verlaufende Gädheimer Hauptstraße umgeleitet.
Da beim jungen Fahrer des Honda und seiner auf dem Beifahrersitz befindlichen Mutter Verletzungen v.a. der Wirbelsäule nicht ausgeschlossen werden konnten, entschied sich der Notarzt für eine achsengerechte Rettung mittels Spineboard. Dafür wurde von uns zusammen mit der FFW Schonungen das Dach wie zuvor auch die vorderen Türen des Fahrzeugs mit hydraulischem Rettungsgerät entfernt. Zwischenzeitlich verschlechterte sich der Zustand der beiden woraufhin auch lebensbedrohliche innere Verletzungen angenommen werden mussten. Dies bestätigte sich später bei der Untersuchung im Krankenhaus glücklicherweise nicht, wie die Polizei mittlerweile bekanntgab.
Nachdem die Verletzten an den Rettungsdienst übergeben und auf dem Weg ins Krankenhaus waren, lösten wir die Kameraden aus Forst und Schonungen aus dem Einsatz und setzten die Verkehrsabsicherung mit eigenen Mitteln fort. Da von der Staatsanwaltschaft auch ein Gutachter an die Unfallstelle beordert wurde, musste die Staatsstraße weiterhin voll gesperrt bleiben, bis die Beweisaufnahme vollständig abgeschlossen war und die Unfallfahrzeuge von einem Abschleppunternehmen geborgen werden konnten. Wir unterstützten dabei noch beim Aufräumen der Trümmer und reinigten die Straße von den Scherben. Nach etwa 3,5 Stunden konnten wir die Fahrbahn wieder freigeben, ins Gerätehaus abrücken und unsere drei Fahrzeuge wieder einsatzbereit machen.
Bedanken möchten wir uns bei allen eingesetzten Kräften, auch organisationsübergreifend, für die hervorragende Zusammenarbeit und die gute Kommunikation während des Einsatzes! #Blaulichtfamilie
| Einsatzart | Verkehrsunfall |
|---|---|
| Alarmierung | THL4 VU mehrere PKW, Personen eingeklemmt |
| Einsatzstart | 10. April 2026 15:49 |
| Mannschaftstärke | 15 |
| Einsatzdauer | ca. 4 Stunden |
| Fahrzeuge | HLF10 |
| LF 8/6 | |
| MTW | |
| Alarmierte Einheiten | Feuerwehr Gädheim-Ottendorf, Feuerwehr Schonungen, Feuerwehr Forst, Polizei, Rettungsdienst, Kreisbrandinspektion Haßberge, Fachberater THW |
| Alarmierungsart | Sirene, Funkmelder und Handyalarmierung |